Rolling Noise
Laut einer Umfrage des Umweltbundesamtes fühlen sich zwei Drittel der Menschen vom Straßenverkehrs-lärm belästigt. Dabei ist die dominierende Lärmquelle in einem Geschwindigkeits-bereich bis ca. 50 km/h das Reifen-Fahrbahn-Geräusch. Eine möglichst genaue Beschreibung dieser Lärmquelle ist eine der Grundvoraussetzungen für eine ziel-gerichtete und kostengünstige Reduktion der Lärmemissionen. Die Fahrbahn-beschaffenheit und das Reifenprofil sind die Einflussgrößen, die bei lärmoptimierter Auslegung zu weniger Straßenverkehrslärm führen können. Für die Prognose und Beschreibung von Reifen-Fahrbahn-Geräuschen verwendet die Wissenschaft nach heutigem Stand unterschiedliche Quellmodelle.
Im Rahmen der vom BMBF geförderten Projekte Leistra I, FKZ 19U1055ff, und Leistra II, FKZ 19U5002ff, werden zwei verschiedene Modellvarianten verfolgt:
Die erste Modellvariante ist ein Verfahren zur Darstellung des Schwingungs-verhaltens des Reifens an das ein Abstrahlmodell für Schallemissionen gekoppelt ist.
Dem zweiten Ansatz, der in diesem Projekt fortgeschrieben und ergänzt werden soll, liegt ein sogenanntes Hybridmodell (SPERoN) zugrunde. SPERoN besteht im wesentlichen aus zwei Teilmodellen, einem deterministischen, welches die physikalischen Grundlagen des Reifen-Fahrbahn-Kontakts beschriebt, sowie einem statistischen, das auf Basis einer Vielzahl von Schallpegelmessungen verschiedener Reifen-Fahrbahn-Kombinationen aufgebaut ist.
